Klar Text

"Denken Sie an Paul VI., der das brennende Thema der Geburtenkontrolle dem Konzil entzog, um es aufgrund seiner Komplexität später zu klären. Er verkannte die schnelle Entwicklung auch der katholischen Welt. Seine dann erst 1968 erschienene Enzyklika Humanae Vitae wurde zum Stalingrad der katholischen Moraltheologie. Die Beichte wurde dadurch faktisch abgeschafft – und das dazugehörige Gebot ebenfalls."

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Staatsrechtler Isensee: Die Kirche hat systemisch versagt

Interview über Menschenwürde und Kirchenkrise
Aktualisiert am 10.06.2022 – Lesedauer: 6 MINUTEN
Bonn
‐ Der renommierte deutsche Staatsrechtler Josef Isensee wird heute 85 Jahre alt. Im Interview spricht er über die Würde des Menschen, das Naturrecht und darüber, wie die Kirche ihre eigene Krise überwinden könnte.
Die katholische Kirche sei derzeit auf dem Tiefpunkt ihres gesellschaftlichen Ansehens, sagt Staatsrechtler Josef Isensee. Die Kirche habe mit der Anwendung ihrer Moraltheologie und ihres Kirchenrechts systemisch versagt. Im Interview erklärt Isensee auch, warum aus seiner Sicht aus der Missbrauchskrise eine Bischofskrise geworden ist.
Frage: Professor Isensee, "Die Würde des Menschen ist unantastbar" heißt es feierlich am Anfang des Grundgesetzes. Was hat dieser Satz für eine Bedeutung?
Isensee:
In diesem Satz zeigt sich, dass der Indikativ die schärfste Form des Imperativs ist. Seit Kindesbeinen können wir das feststellen. Wenn die Mutter sagt, "Es wird gegessen was …

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Klaus Elmar Müller

Wieso wurde durch "Humanae vitae" die Beichte abgeschafft "und das dazugehörige Gebot ebenfalls"? "Humanae vitae" sagt doch nur, was immer galt, verteidigt das Gebot zur ehelichen Fruchtbarkeit.

Erich Foltyn

der Geist des Jesus ladet sehr ein zum Versagen. Allerdings ist dann der ganze Sinn dahin und es ist schade drum.