"'Menschenwürde', ,Größe des Menschen', 'Menschenrechte' etc.; verbale Hämorrhagie, die der bloße morgendliche Anblick unseres Gesichtes im Spiegel beim Rasieren, stillen müßte." "Begierden, Habsucht, Leidenschaften bedrohen die Existenz des Menschen nicht, solange sie sich nicht als Menschenrechte proklamieren, solange sie keine Fermente der Göttlichkeit sind." "Heine verriet das Geheimnis der Demokratie: Wir kämpfen nicht für die Menschenrechte des Volkes, sondern für die Gottesrechte des Menschen." "Weder die Erklärung der Menschenrechte, noch die Verkündung von Verfassungen, noch die Anrufung eines Naturrechts schützen uns vor der Willkür des Staates. Gegen den Despotismus steht nur die Barriere des Gewohnheitsrechtes." "Die Quellen der 'Menschenrechte' sind nicht in modernen Texten zu suchen, sondern im Connubium der Christenheit mit dem Feudalismus." "Das Unakzeptable der 'Menschenrechte' ist in ihrem Namen enthalten." "Die 'Menschenrechte' sind weder bestimmbar noch beweisbar, dienen aber dem Individuum als Vorwand, den Gesetzen Widerstand zu leisten. Das einzige Recht des Menschen ist der Dienst, der ihn von seiner Schuld gegenüber dem anderen freimacht." "Ersetzen wir alle Definitionen der 'Menschenwürde', die lediglich ekstatische Stoßgebete sind, durch eine einfache und schlichte: alles langsam tun." "Der Stoizismus ist definitiv die Wiege aller Irrtümer (Vergöttlichung des Menschen - Determinismus - Naturrecht - Egalitarismus - Kosmopolitismus, etc.)." "Für den doktrinären Individualismus ist die Ethik naturrechtlich oder soziologisch. Für den historischen Individualismus ist die Ethik weder absolutistisch noch relativistisch. Weder das erste, weil die Wahrnehmung des Wertes sich auf konkrete Situationen bezieht. Noch das zweite, weil man von jeder Situation aus ein Absolutes wahrnimmt." "Die sich zum Begriff des Naturrechts bekennen, versetzen Gott in den Ruhestand - in die Pförtnerloge irgendeines Justizministeriums." "Der Gott bestimmter katholischer Theologen ist lediglich ein begüterter Erbe des Demiurgen Platons. Obwohl sie sich implizit zur Schöpfung ex nihilo bekennen, führen diese Theologen in ihr kosmogonisches Schema wieder eine Urmaterie ein, denn sie unterwerfen den göttlichen Töpfer äußerlichen Regeln, indem sie behaupten, Gott wolle das Gute weil es gut sei, statt zu lehren, daß das Gute gut sei, weil Gott es wolle. Diese Theologen errichten eine Struktur von Gründen, Werten, Prinzipien gegenüber einem unterjochten Gott. Für eine solche Theologie ist der Schöpfer ein unterwürfiger Demiurg. Dieser Gott, der wie ein agnostischer Moralist ethischen Normen gehorcht, ist weder der Gott des israelitischen Dornbuschs noch der trinitarischen Theologie. Sowohl die biblischen Metaphern als auch die Begriffe der Kirchenväter versuchen nur, die Allmacht Gottes auszudrücken. Der Grund, der dort willkürliche Eingriffe häuft, ist der gleiche, der dort die trinitarische Ökonomie errichtet. Der unergründliche Gott ist der, der in sich selbst die ordnende und wirkende Vernunft aufnimmt, der belebende und erhaltende Hauch. Wenn Logos und pneuma sich in die unaussprechliche Transzendenz einfügen, artikuliert der judäische Jahwe seine Allmacht im christlichen Dogma." (GOMEZ DAVILA)
So ist es: Der primäre Adressat der Menschenrechte ist der Staat.
Menschenrechte beruhen auf einer vorgegebenen menschlichen Natur und nicht auf individueller Selbstbestimmung.