Pozzo nicht mehr bei Ecclesia Dei - neuer «Almosenmeister»
Das Amt mit dem offiziellen Titel «Almosenmeister seiner Heiligkeit» ist eines der ältesten an der römischen Kurie. Die direkt dem Papst unterstehende Einrichtung sammelt und bearbeitet Anfragen von Bittstellern und verteilt die finanziellen Hilfen. Ihre Einnahmen erhält sie unter anderem aus dem Vertrieb des päpstlichen Segens, der in gedruckter Form auf Schmuckpapier vermittelt wird. Gläubige können ihn zu wichtigen Anlässen etwa Hochzeiten erbeten. Der Leiter des Almosenamtes ist kraft Amtes Mitglied der Päpstlichen Familie.
Pozzo war seit Juli 2009 als «zweiter Mann» der Kommission «Ecclesia Dei» maßgeblich an den Verhandlungen mit der von Rom abtrünnigen traditionalistischen Piusbruderschaft beteiligt. Er nahm zudem auf vatikanischer Seite an den Expertengesprächen teil, die von Oktober 2010 bis Mai 2011 mit Vertretern der Lefebvrianer zur Klärung strittiger Lehrfragen geführt wurden. «Ecclesia Dei» ist an der vatikanischen Glaubenskongregation angesiedelt und für den Kontakt zu traditionalistischen Katholiken zuständig. Zuvor war Pozzo Beigeordneter Sekretär der Internationalen Theologen-Kommission des Vatikan. Im Jahr 1987 hatte der aus Triest stammende Pozzo seine Tätigkeit in der Glaubenskongregation begonnen.