Eine gute Beichtvorbereitung: Sünde oder Wunde?
Was wirklich Sünde ist (also bewusst gewähltes Verhalten gegen die Liebe)Was damit verwechselt wird (aber eigentlich Wunde, Schutz, Bedürfnis oder Schwäche ist)
Warum du das leicht durcheinanderbringen kannst
1. Stolz / Hochmut
Sünde: sich über andere erheben, sie klein machen, Gott nicht anerkennen, alles selber kontrollieren wollen.
Nicht Sünde: gesundes Selbstwertgefühl, Freude über Fähigkeiten, eigene Grenzen schützen.
Warum Verwechslung?: Du hast gelernt, dich klein zu machen, und jedes Aufrechtsein wirkt für dich schon „stolz“.
2. Geiz
Sünde: Hilfe verweigern, nur am Eigenen klammern, Herz verschließen.
Nicht Sünde: Sparsamkeit, Sicherheit suchen, Wünsche haben, Grenzen setzen.
Warum Verwechslung?: Dir wurde eingeredet, dass jedes Bedürfnis schon „egoistisch“ sei.
3. Habgier
Sünde: unstillbares Mehr-Wollen, andere ausnutzen, Besitz wichtiger als Menschen.
Nicht Sünde: Freude an Dingen, Sammeln, gute Lebensplanung.
Warum Verwechslung?: Dir wurde verboten, Wünsche zu haben, darum wirkt jeder Wunsch wie „Gier“.
4. Zorn
Sünde: absichtliche Verletzung aus Hass, Vergeltung suchen, Schaden wollen.
Nicht Sünde: Ärger fühlen, sich wehren wollen, Grenzen spüren, Zorn über Ungerechtigkeit.
Warum Verwechslung?: Du hast nie lernen dürfen, Ärger gesund zu äußern – darum denkst du: „Schon dass ich wütend bin, ist falsch.“
5. Neid / Missgunst
Sünde: anderen nichts gönnen, sich freuen, wenn andere verlieren.
Nicht Sünde: schmerzlicher Vergleich („warum hat er/sie das und ich nicht?“), Bedürfnis nach Anerkennung, Trauer über eigenes Fehlen.
Warum Verwechslung?: Als Kind wurdest du für Vergleiche beschämt, deshalb fühlst du schon Neugier oder Sehnsucht wie Neid.
6. Völlerei
Sünde: maßlos sein beim Essen/Trinken, wenn man bewusst Gesundheit oder Pflicht vernachlässigt.
Nicht Sünde: Genuss, Stress-Essen, Trost-Suchen, kulturelle Freude am Essen.
Warum Verwechslung?: Dir wurde vermutlich oft der Körper oder dein Bedürfnis nach Essen beschämt – darum ist schon normales Genießen für dich „zu viel“.
7. Wollust / Unkeuschheit
Sünde: andere benutzen, um Lust zu bekommen; Treue oder Würde verletzen.
Nicht Sünde: sexuelles Empfinden, Phantasien, Bedürfnisse, Körperfreude, Zärtlichkeit.
Warum Verwechslung?: In deiner Kindheit wurde über Sexualität wohl nicht offen gesprochen oder sie war tabuisiert, darum wirkt schon Empfindung „verboten“.
8. Trägheit / „Acedia“
Sünde: sich bewusst verweigern, Gutes zu tun, Verantwortung dauerhaft meiden.
Nicht Sünde: Erschöpfung, Depression, Antriebslosigkeit durch Wunden, Pausenbedarf.
Warum Verwechslung?: Du wurdest als Kind vielleicht schon beschimpft, wenn du müde oder überfordert warst.
Merksatz für deine Beichtvorbereitung:
Sünde = bewusste Entscheidung, andere oder Gott aus Liebe auszuschließen.
Wunde / Schwäche = Gefühl, Reaktion oder Bedürfnis, das aus Verletzungen stammt und das man oft gar nicht frei wählen kann.
Darum darfst du dir ganz tief einprägen:
Gefühle (Hass, Neid, Zorn, Wünsche, Antriebslosigkeit) sind keine Sünden.
Sie zeigen dir nur, wo deine Wunden sind und was du brauchst.