Beim heutigen Angelus spricht Papst Leo XIV. über die vergessene Kunst der brüderlichen Zurechtweisung:
„Im Evangelium dieses Sonntags zeigt Jesus jeder christlichen Gemeinschaft mindestens zwei Wege auf, wie sie gegenseitige Liebe praktizieren kann. Der erste besteht darin, fähig zu werden, brüderliche Zurechtweisung zu üben. Dies ist eine heikle Kunst, die allzu oft vergessen wird und die Offenheit sowie ein schrittweises Vorgehen erfordert. Ehrlich miteinander zu sprechen – zunächst von Angesicht zu Angesicht, dann, falls nötig, mit zwei oder drei weiteren Personen und schließlich, wenn erforderlich, mit der gesamten Gemeinschaft – bedeutet, sich der Realität zu stellen und Probleme und Konflikte in Chancen für Wachstum zu verwandeln. Sich zu beschweren und schlecht über andere zu reden ist einfacher, bringt aber nichts und führt dazu, dass viele Situationen blockiert bleiben. Das Evangelium hingegen lehrt uns die Freiheit, die durch die Nächstenliebe entsteht.“