Wie kann es sein, dass katholische Päpste, Kardinäle und Bischöfe eine schleichende Umwandlung der Kirche nicht nur zulassen, sondern auch noch aktivst befördern, deren Früchte heutzutage in Form einer weitgehenden Zerstörung der Kirche immer sichtbarer werden? Warum so viele?
Papst Pius X. hat in seiner Enzyklika Pascendi Dominici gregis (Pascendi) den Grund benannt. Es handelt sich um einen weitverbreiteten Abfall vom wahren Glauben, besonders und vor allem in der Kirche selbst.
Als Folge des neuzeitlichen Denkens und seinem mentalistischen Paradigma, im Gegensatz zum ontologischen Paradigma des Mittelalters. haben die meisten Menschen aufgehört, an die faktische Realität eines unsichtbaren und transzendenten, nicht materiellen Himmels zu glauben. Sie glauben nur noch an die Immanenz. Ihre höchste Autorität ist die wissenschaftliche Vernunft. Diese steht sogar über Gott. Sie darf und muss über diese Idee, diesen Archetypus der Psyche richten. Nur wenn dieser dem Vorteil des irdischen Menschen dient, d.h. nur nach seiner Reduktion zu einem humanistischen Symbol, darf Gott noch geistige Anerkennung beanspruchen. Diese Grundauffassung ist die Basis der Moderne. Sie ist der Kern des Modernismus.
Im neuzeitlich mentalistischen Paradigma ist Realität eine Konstruktion des Menschen. Die Realität entsteht im Kopf. (Grundintuition: Wenn mir jemand mit dem Hammer auf den Kopf schlägt, ist die Welt vorbei.) Der Protestantismus mit seinen Kernprinzipien: sola fide, sola gratia, sola sciptura trennt jede Gotteserkenntnis und damit Gottesbeziehung aus dem irdischen Lebensvollzug heraus. Dieser ist unrettbar korrupt. Mit ihm kann man Gott nicht gefallen. Damit wird eine real existierende, weil für den Menschen heilsentscheidende und ihn so fremdbestimmend fordernde Außenwelt implizit geleugnet. Mit ihr kann man jetzt machen, was man will. Man produziert sie im Kopf. Sie gehört einem (mein Bauch gehört mir). Auch Gott wird ein Produkt willkürlicher menschlicher Setzung, menschlicher Willensentscheidung, oder auch eines Gefühls schlechthinniger Abhängigkeit (Schleiermacher), welches wiederum im Menschen anzusiedeln ist. Glaube und Gnade sind vollkommen getrennt vom irdischen Lebensvollzug und damit hat Gott nichts mehr mit dem Leben zu tun. In der Außenwelt gibt es keinen Gott als vom Menschen unabhängiges personales Gegenüber, weil jede Vorstellung über die Außenwelt im Menschen nach dessen Erkenntnisapparat entsteht. Der wohl berühmteste protestantische Philosoph, Immanuel Kant, behauptet in seiner kopernikanischen Wende der Metaphysik: Die Erkenntnis richtet sich nicht nach den Gegenständen, sondern die Gegenstände nach der Erkenntnis. Damit hat es der Mensch immer nur mit von ihm selbst konstruierten Phänomenen zu tun. Wie oder was die äußere Realität tatsächlich ist, bezeichnet Kant als das unerkennbare Noumenon (die Dinge für sich). Für den Mensch gibt es immer nur das Phaenomenon (die Dinge für uns), die Welt, so wie sie durch unseren Erkenntnisapparat in und für uns entsteht.
So ist der neuzeitliche Protestant zu Gott selber geworden. Er ist der Schöpfer der Realität. Da lacht das Herz derer, die von Gott abgefallen sind, der Selbstvergötzer. Es ist kein Wunder, dass die meisten „großen“ protestantischen Denker aus protestantischen Pfarrhäusern kommen. Die protestantische Philosophie hat über 500 Jahre das katholische Denken immer weiter zurückgedrängt, bis letzteres nicht mehr bekannt war. So konnte sie letztlich selbst in den Vatikan eindringen und durch das Vat. 2 Konzil die Kirche in ihrem Sinn entsprechend umbauen. Auch die katholischen Kleriker wurden im Herzen Protestanten. Schon im 19. Jahrhundert hatten viele den wahren Glauben verloren. Sie wurden mit der protestantischen Philosophie infiziert. Sie waren zu Modernisten geworden, die Pascendi angreift. Im Prinzip ist die heutige Konzilskirche protestantisch, deshalb so viel Liebe, Freude, Eierkuchen mit allem und jedem.
Wenn der Mensch jegliche Realität selbst konstruiert, dann wird alles diskutierbar und veränderbar, sollte es dem immanenten Eigennutzen nicht dienen. Der Teufel, das Böse, Schuld, das alles sind menschliche Vorstellungen, die der Mensch selbst produziert. Wenn er nur positiv genug denkt und sich dadurch für unschuldig halten kann, kann er alles Negative verdrängen und so alles tun, was er will, ohne sich am Ende verantworten zu müssen. Auch der Himmel ist seine Vorstellung. Da kommt er jederzeit hin, wenn er es nur will. Jegliche fremdbestimmende Phänomene, die aus der Schein-außenwelt auf ihn zukommen, können rücksichtslos bekämpft oder verneint werden. Er muss nur ein wenig auf psychologische Prinzipien achten, damit ihn das Unterbewusstsein nicht einholt.
Die protestantische Philosophie, als Basis des gesamten Denkens der Neuzeit und Moderne, hat niemals ihre Wahrheit bewiesen. Spätestens die analytische Philosophie hat alles zerlegt und ist selbst im Nirgendwo gestrandet. Der protestantische Pfarrerssohn Nietzsche war mit seinem Endpunkt im Nihilismus wenigstens ehrlich.
NUR DIE KATHOLISCHE REALITÄTSAUFFASSUNG IST WAHR!!! SIE KOMMT DIREKT VON GOTT!!!
In Teil 2 der Hinführung zur Pascendi werde ich das darstellen. Damit wird sich klar und deutlich zeigen, wie verlogen die modernen Kirchenvorstellungen eines Bergoglios, Marx und Konsorten wirklich sind. Vor allem bestärken sie die Selbstvergötzung und treiben dadurch unzählige Menschen in die Hölle. Nein, wir haben jedes Recht und selbst die Pflicht, die Modernisten mit Gossensprache abzuwerten. Sie haben es verdient. Wir werden ihnen gerecht. Die Liebe ist ein Spiegel. Noch können sie umkehren.