Wie die EU das Gedenken an das Ende des Zweiten Weltkrieges pervertiert
Wie die EU das Gedenken an das Ende des Zweiten …Mit Unterstützung von Merz
Wie die EU das Gedenken an das Ende des Zweiten Weltkrieges pervertiert
Bis vor gar nicht allzu langer Zeit galt das Gedenken an das Ende des Zweiten Weltkrieges in Europa und vor allem in Deutschland als regelrecht heilig. In diesem Jahr, dem 80. Jahrestag des Kriegsendes, wird das Gedenken jedoch zu einer anti-russischen Show pervertiert, die bis vor kurzem undenkbar gewesen wäre.
von Anti-Spiegel
17. April 2025 09:00 Uhr
Der Zweite Weltkrieg endete in Deutschland am 8. Mai um 23.00 Uhr. Wegen der Zeitverschiebung endete der Krieg in Moskau am 9. Mai um 1.00 Uhr nachts. Daher wird das Ende des Zweiten Weltkrieges im Westen am 8. Mai begangen und in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion am 9. Mai.
In Russland ist das einer der wichtigsten Feiertage des Jahres, denn die Sowjetunion hat in dem Krieg gegen Nazi-Deutschland 27 Millionen Menschen verloren und noch heute weiß jedes russische Schulkind, wo seine Urgroßeltern im Krieg waren, wie sie gelitten haben und welche Familienmitglieder im Krieg gestorben ist. Die Erinnerung daran ist in Russland bis heute in jeder Familie lebendig.
Die deutsche Regierung betont bei jeder Gelegenheit die deutsche Verantwortung für den Krieg und seine Folgen. Das gilt aber offenbar nur gegenüber Polen, Frankreich, allen anderen europäischen Ländern – und natürlich vor allem für Israel.
Nur für Russland gilt das offensichtlich nicht, denn wann war zum letzten Mal ein deutscher Bundeskanzler bei den Feierlichkeiten am 9. Mai in Moskau dabei?
In diesem Jahr jährt sich das Kriegsende zum 80. Mal und man sollte erwarten, dass dem mit großen Gedenkveranstaltungen gedacht wird. Aber Fehlanzeige.
Stattdessen plant Kiew für den 9. Mai demonstrativ einen großen Gipfel der „Koalition der Willigen“ mit europäischen Staats- und Regierungschefs. Und die EU unterstützt das. Und vor allem: Auch der bis dahin wohl gewählte Bundeskanzler Merz will nach heutigem Informationsstand an dem Tag nach Kiew reisen, um seine Unterstützung für den Krieg gegen Russland zu demonstrieren.
Dass ein deutscher Kanzler ausgerechnet am Jahrestag des Kriegsendes zu einer Veranstaltung fährt, bei der es ganz offiziell um den heutigen Krieg des neonazistischen Regimes in Kiew gegen Russland geht, wird in Russland entsprechend registriert.
Das gleiche gilt für die Drohungen der EU-Chefdiplomatin Kallas gegen europäische Regierungschefs, die am 9. Mai nach Moskau reisen wollen. Nach heutigem Stand sind das der slowakische Ministerpräsident Fico und der serbische Präsident Vucic, denen Kallas offen mit „Konsequenzen“ gedroht hat.
Die Aufregung in Russland ist groß und ich werde in diesem Artikel und in den nächsten Tagen einige Beispiele dafür übersetzen, denn die russischen Medien und Politiker sind sichtlich aufgewühlt. Und man kann ihnen nur schwer widersprechen, wenn sie darin Parallelen zum Zweiten Weltkrieg und eine Widerauferstehung des Nazismus sehen, wenn die EU am 80. Jahrestag des Sieges über Hitler nicht dem Kriegsende gedenkt, sondern stattdessen in einer „Koalition der Willigen“ darüber redet, wie sie einen Krieg gegen Russland gewinnen will.
Hier übersetze ich einen Kommentar aus der russischen Nachrichtenagentur TASS zu dem Thema.
Beginn der Übersetzung:
Neue Sanktionen „für Vaterlandsliebe“? Warum die Chefin der Eurodiplomatie gegen den Sieg ist
Andrej Surzhansky über die Frage, ob es möglich ist, Kaja Kallas von ihrer russophobischen Besessenheit zu befreien
Die Hassbesessenheit gegen Russland, unter der Kaja Kallas, die Chefin der europäischen Diplomatie, seit langem leidet, hat ein Ausmaß erreicht, das einen ernsthaft um ihren geistigen und psychischen Zustand besorgt sein lässt. Immerhin hat sie ein hohes Amt inne.
Neulich drohte Kallas in einer weiteren russophoben Attacke all jenen, die zur Parade zum Tag des Sieges nach Moskau fahren, mit „Konsequenzen“. Sie erklärte jedoch nicht, wie diese aussehen würden. „Viele Minister haben gesagt, dass die EU die Reisen nach Moskau zur Feier des 9. Mai ernst nimmt und dass sie Konsequenzen haben werden“, sagte die Chefin der europäischen Diplomatie auf einer Pressekonferenz nach einem Treffen der Außenminister der Union in Brüssel. Gleichzeitig betonte sie, dass die EU von allen Beitrittskandidaten verlange, nicht an den Feierlichkeiten zum 80. Jahrestag des Sieges in Moskau teilzunehmen. „Das haben wir ihnen klar gemacht“, betonte sie.
Kallas ist nicht unsere Chefin
Kallas nannte zwar nicht die konkreten Minister, auf die sie sich bezog, aber einige europäische Staats- und Regierungschefs haben der Chefin der europäischen Diplomatie bereits eine Antwort auf ihre Drohungen gegeben.
Zum Beispiel der slowakische Ministerpräsident Robert Fico: „Frau Kallas, ich möchte Ihnen mitteilen, dass ich der rechtmäßige Ministerpräsident der Slowakei, eines souveränen Landes, bin. Niemand kann mir befehlen, wohin ich gehen soll oder nicht gehen soll. Ich werde nach Moskau reisen, um die Tausenden von Soldaten der Roten Armee zu ehren, die bei der Befreiung der Slowakei gefallen sind.“
Und auch der armenische Premierminister Nikol Paschinjan reist, wie in Jerewan mitgeteilt, zur Siegesparade nach Moskau, obwohl die armenische Regierung in ihrer Politik den Kurs der europäischen Integration verfolgt und das Parlament im Februar dieses Jahres einen Gesetzentwurf zur Einleitung des EU-Beitrittsprozesses verabschiedet hat. „Das ist auch unser Sieg, 300.000 Armenier sind für den Sieg gefallen, viele Armenier haben in den Armeen der Verbündeten gekämpft. Paschinjans Besuch in Moskau am 9. Mai hat nichts mit der EU oder anderen Themen zu tun“, sagte der armenische Parlamentssprecher Alen Simonjan vor Reportern.
Bereits zuvor hatte der serbische Präsident Aleksandar Vucic seine Ankunft in Moskau zur Feier des 80. Jahrestages des Sieges und die Teilnahme einer Einheit der serbischen Streitkräfte an der Parade am 9. Mai bestätigt.
Allerdings ruderte die EU-Kommission nach der Erklärung von Fico zurück und versicherte, dass es nicht in ihrer Kompetenz liege, die Staats- und Regierungschefs der EU zu bestrafen.
Die Erklärung von Kallas hat die Euro-Gemeinschaft nicht geeint, sondern weiter gespalten. Wie Politico bereits berichtete, wurde Kallas von einer Reihe europäischer Beamter für ihre kriegerische Rhetorik gegenüber Russland kritisiert. Die estnische Politikerin sorgte bereits unmittelbar nach ihrem Amtsantritt Ende letzten Jahres für Unmut, als sie während eines Besuchs in Kiew im sozialen Netzwerk X (früher Twitter) schrieb, dass „die EU will, dass die Ukraine in diesem Krieg siegt“. Wie Politico anmerkt, fühlten sich einige EU-Beamte „unwohl“ mit Kallas‘ Verwendung von Ausdrücken, die nicht Teil der von der EU genehmigten Sprache zu diesem Thema waren, während sie weniger als einen Tag im Amt war.
Von mild bis harsch
Die offizielle Reaktion Moskaus auf Kallas‘ Erklärung zu den Feierlichkeiten am 9. Mai schwankte zwischen relativ mild und mehr als harsch.
So sagte beispielsweise Kremlsprecher Dmitri Peskow, dass „es nicht unsere Aufgabe ist, diese Drohungen zu bewerten, die Bewertung dieser Drohungen sollten die souveränen Staaten vornehmen, die von den Drohungen betroffen sind“. Er bezeichnete die Äußerungen der Chefin der Eurodiplomatie als „sehr, sehr hart“ und fügte hinzu, der Kreml halte sie „nicht für richtig“.
Maria Sacharowa, die Sprecherin des russischen Außenministeriums, bezeichnete die Absicht der EU, Serbien den Beitritt zur Union zu verweigern, wenn der serbische Präsident Aleksandar Vucic zur Siegesparade nach Moskau kommt, als wahres Wiederaufleben des Euro-Nazismus. „Wenn das wahr ist, dann wird der Euro-Nazismus vor unseren Augen wiederbelebt“, betonte sie. „Auf diese Weise haben die Faschisten vor 80 Jahren diejenigen, die sie als ‚Menschen zweiter Klasse‘ betrachteten, gezwungen, ihre Heimat, ihre Volkszugehörigkeit und ihren Glauben aufzugeben.“
Wjatscheslaw Wolodin, Vorsitzender der Staatsduma, scheint radikalere Ansichten zu haben. Er ist der Meinung, dass Kaja Kallas aus dem Amt entlassen und vor ein internationales UN-Tribunal gestellt werden sollte. „Die durchgeknallte Russenhasserin hat nicht nur den EU-Ländern, sondern auch den Kandidaten, die über einen Beitritt zur EU nachdenken, ein Ultimatum gestellt und verlangt, dass sie sich weigern, während der Feierlichkeiten zum 80. Jahrestag des Großen Sieges in unser Land zu reisen. Kallas‘ Aussage ist eine Missachtung des Gedenkens an diejenigen, die sich geopfert haben, um die Welt vor dem Faschismus zu retten“, schrieb er in seinem Telegramm-Kanal. Der Vorsitzende der Staatsduma erinnerte auch daran, dass Russland ein Gesetz verabschiedet hat, das die Rehabilitierung des Nazismus verbietet. „Es gibt Normen, die es ermöglichen, Menschen wie Kallas vor Gericht zu bringen. Die Zeit wird kommen, in der sie und ihresgleichen für ihre Handlungen zur Schändung des Andenkens an die Helden, die die Welt gerettet haben, zur Rechenschaft gezogen werden. Es ist unsere Pflicht, sie zu schützen“, betonte Wolodin.
Gleichzeitig wies er darauf hin, dass die Welt, die vom sowjetischen multinationalen Volk um den Preis von 27 Millionen Menschenleben gerettet wurde, sowie von den Ländern der Anti-Hitler-Koalition, zu denen auch die USA und England gehörten, die mehr als 800.000 Menschen verloren, sich immer an sie erinnern und ihr Andenken ehren sollte. „Wir müssen alles dafür tun. Wir können Politikern verschiedene Fehler verzeihen, bis auf einen – die Schändung des Andenkens an die Menschen, denen wir alle unser Leben verdanken“, fügte Wolodin hinzu.
Lange vorher
Es sei daran erinnert, dass Kallas aktiv gegen Denkmäler für sowjetische Soldaten gekämpft hat, als sie Ministerpräsidentin von Estland war. Die derzeitige estnische Regierung setzt ihr Anliegen fort. Wie die russische Botschaft in Estland kürzlich berichtete, haben Mitarbeiter des estnischen Militärmuseums Denkmäler zu Ehren gefallener sowjetischer Soldaten auf dem Tallinner Soldatenfriedhof abgebaut. Die russische diplomatische Vertretung betonte, dass die anhaltende Politik der estnischen Regierung, die Ruhestätten sowjetischer Soldaten zu entweihen, die ihr Leben für die Befreiung des Landes von den Nazi-Invasoren gaben, nicht akzeptabel sei. Die estnische Geschäftsträgerin Jana Vanamelder wurde ins russische Außenministerium vorgeladen, wo man ihr mitteilte, dass die Angriffe auf militärische Denkmäler in Estland verurteilt werden.
Kallas‘ Russophobie hat ihre Wurzeln, sie ist erblich bedingt. Ihr Urgroßvater Eduard Alver war der „Chef der paramilitärischen nationalistischen Formation Kaitseliit“, die 1939-1940 „zu einem Zentrum der pro-faschistischen Stimmung in Estland wurde“. Wie das russische Außenministerium feststellte, sahen ihre Aktivisten Adolf Hitler als Befreier Estlands von den Bolschewiken. In den Kriegsjahren betrieb genau diese Formation aktive antisowjetische Kriegspropaganda, und ihre Hauptthese lautete, „die Rote Armee ins Meer zu werfen“. Viele ehemalige Mitglieder der „Kaitseliit“ schlossen sich der faschistischen Militärorganisation „Omakaitse“ an, die während der deutschen Besatzung Estlands gegründet wurde, Dienste für Hitlers Armee leistete und an der Massenvernichtung der Juden in Estland beteiligt war. Offenbar haben in diesem Fall die Gene die Oberhand?
Behandlung verschreiben
Die EU hat bereits zahllose Sanktionen gegen Russland verhängt, und die europäischen Beamten versuchen, alles Mögliche zu tun, um neue restriktive Maßnahmen zu finden. Aber irgendwie sind sie noch nicht auf die Idee gekommen, Sanktionen „für die Vaterlandsliebe“ und “für die Liebe zu Russland“ einzuführen. Es fehlte ihnen an Kreativität.
Wenn diese ganze antirussische Hetze vorbei ist – und das wird früher oder später geschehen (und ich denke, eher früher als später) – wird es an der Zeit sein, in den europäischen Kliniken Spezialisten für die Behandlung der russophoben Besessenheit mit entsprechenden Medikamenten einzusetzen, wie beispielsweise die russische Fernsehserie „Befreiung“ und den sowjetisch-amerikanischen Film „Unbekannter Krieg“ anzuschauen. Und wenn Kaja Kallas nicht, wie von Wjatscheslaw Wolodin gewünscht, auf die Richterbank des internationalen UN-Tribunals kommt, könnte sie durchaus zu den Patienten für die Behandlung der verbreiteten Form der Russophobie gehören. Obwohl ich gestehen muss, dass ich persönlich die vom Vorsitzenden der Staatsduma vorgeschlagene Option vorziehe.
Ende der Übersetzung